2019

Krieg und Freiheit. Franzosenzeit und Befreiungskriege in der Rhein-Main-Region 1792-1815
16. September bis 25. Oktober 2019

Die Ausstellung „Krieg und Freiheit. Franzosenzeit und Befreiungskriege in der Rhein-Main-Region 1792-1815“ der KulturRegion FrankfurtRheinMain bietet eine Zusammenschau der Jahre von den Revolutionskriegen bis zum Wiener Kongress in der Region. Zahlreiche lokale Beispiele − von Bingen über Friedberg und Darmstadt bis Aschaffenburg – veranschaulichen eine Zeit, in der fast permanent Krieg herrschte; aber auch eine Zeit der Umbrüche, in der wichtige Grundlagen für die weitere Geschichte der Region gelegt wurden. Die Ausstellung regt zur Diskussion über Fragen nach Krieg und Freiheit an, die auch über 200 Jahre nach den Befreiungskriegen aktuell sind: Ist Befreiung durch Krieg überhaupt möglich? Was kommt nach der Befreiung?
Auf 16 Tafeln mit 80 Abbildungen erzählt die Schau von großen gesellschaftlichen, territorialen und ideengeschichtlichen Veränderungen zwischen den Revolutions- und den Befreiungskriegen. Truppendurchzüge aller Kriegsparteien erschütterten die Region auch abseits der eigentlichen „Schauplätze“. Herrschaftsgebiete veränderten sich und gerieten unter den Einfluss Napoleons. Am Ende der Kriege hatte man sich von Napoleon „befreit“ − aber wie stand es um die Freiheit?
Die Wanderausstellung entstand im Rahmen des Projektes „Geist der Freiheit“ der KulturRegion und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Museen, Archiven und Geschichtsvereinen in der Region. Sie wurde 2014 in Miltenberg eröffnet und kehrt jetzt anlässlich ihrer 19. Präsentation im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg in den bayerischen Teil der KulturRegion zurück. Zur Ausstellung ist kostenfrei ein Katalog erhältlich, der auch die bisherigen Stationen der Wanderausstellung dokumentiert. Das Projekt wurde gefördert durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Julius Maria Becker. Die unbekannten Seiten des Dichters
26. Juli bis 30. September 2019

Im Zuge der Schaufenster zur Stadtgeschichte präsentieren wir anlässlich seines 70. Todestags am 26. Juli eine Ausstellung zu dem Aschaffenburger Dichter und Literaten Julius Maria Becker (1887-1949). Nach der Erschließung des umfangreichen Nachlasses 2018/19 ist dieser nun über die Findmittel des Archivs auch digital einsehbar. In dem 16 laufende Meter umfassenden Bestand befinden sich neben zahlreichen Manuskripten, Gedichten und Bühnenstücken vor allem Tagebücher, Briefe und Zeichnungen, die einen privaten Blick auf den Dichter zulassen. In der aktuellen Ausstellung werden zu Julius Maria Becker einige bemerkenswerte und nicht zuletzt bisher völlig unbekannte Stücke aus dem Nachlass gezeigt. Die Ausstellung zeigt einen Überblick zu einem heute nur noch wenig bekannten, zu Lebzeiten aber phasenweise gewichtigen Literaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Medienstation bietet die Möglichkeit, sich ergänzend durch eine Auswahl von Dokumenten blättern zu können.

20 Jahre Aschaffenburger Kulturtage (Jubiläumsausstellung)
4. Juli bis 1. September 2019

20 Jahre Aschaffenburger Kulturtage. Dieses Jubiläum nimmt die Stadt Aschaffenburg zum Anlass, am 4. Juli zum Auftakt der 20. Kulturtage (4.–14. Juli 2019) eine Sonderausstellung zu diesem Thema zu eröffnen. Bis 1. September wird im Foyer und im Erdgeschoss des Stadt- und Stiftsarchivs auf großen Bildtafeln die Entwicklung der Aschaffenburger Kulturtage nachgezeichnet. Themen, Highlights, Besonderheiten und die stetig steigende Beliebtheit des jeweiligen Kultursommers lassen sich anhand von kurzweiligen Texten und großformatigen Bildern – die meisten davon hat das Main-Echo als Medienpartner aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt – nachvollziehen. Bereits zu den 10. Kulturtagen im Jahr 2009 war der erste Teil der Ausstellung im Lichthof des Rathauses zu sehen. Jetzt können sich die Besucher einen Gesamtüberblick verschaffen. Auch auf die anstehenden 20. Kulturtage unter dem Motto „KULTURSTADT – VIELFALT VERBINDET“ wird bereits mit einer farbigen Vorschau Lust gemacht.

As Time goes by… Ein Vierteljahrhundert nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus Aschaffenburg
13. März bis 5. Mai 2019

Amerikanische Soldaten waren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges allgegenwärtig im Stadtbild Aschaffenburgs. Nach dem Ende des „Kalten Krieges“ und der deutschen Wiedervereinigung 1990 fingen die ehemaligen Besatzungsmächte an, große Teile ihrer Truppen aus Deutschland abzuziehen. Tausende Amerikaner, Militärs wie Zivilisten, verließen in kurzer Zeit Aschaffenburg. Den Abzug hielt der Fotograf und Bildjournalist Stefan Gregor 1991/92 mit seiner Kamera fest.
Die Umnutzung der frei gewordenen Kasernen-, Übungs- und Wohnflächen entlang der Würzburger Straße waren Chance und Herausforderung zugleich. Es entstanden sowohl neue Wohnviertel und Gewerbegebiete als auch Naherholungsgebiete. Die städtebauliche Entwicklung und der Strukturwandel im ehemaligen Kasernenviertel wird in der Ausstellung durch rund 100 Fotografien von Stefan Gregor, darunter 20 Gegenüberstellungen, dokumentiert.
Ergänzend dazu wird die Geschichte Aschaffenburgs als amerikanischer Militärstandort schlaglichtartig beleuchtet. Anhand historischen Bild- und Kartenmaterials wird veranschaulicht, wie aus Siegern erst Besatzungstruppen, dann Verbündete und Freunde wurden.

2018

100 Jahre Revolution in Bayern und Aschaffenburg. Kurt Eisner, der Freistaat und die Räterepublik
15. November bis 21. Dezember 2018

Die Ausstellung nimmt wichtige Geschehnisse, Themen und Personen rund um die Ausrufung des Freistaats, die unblutige Revolution Eisners sowie die nach seiner Ermordung ausgerufenen Räterepubliken in den Blick. Die revolutionären Ereignisse in Aschaffenburg wiederum können nur mit dem Wissen über die gesamtstaatliche Entwicklung in Bayern verstanden werden. Die Aschaffenburger Ausstellung widmet sich unter anderem den lokalen Protagonisten. Der Sozialdemokrat Jean Stock (1893-1965), der Anfang April 1919 eine kurzlebige Räteherrschaft in Aschaffenburg proklamiert hatte (die dann gewaltlos aufgegeben wurde), reüssierte nach dem Zweiten Weltkrieg als erster Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg und Regierungspräsident von Unterfranken. Historische Originalobjekte und Filme ergänzen die ansprechend gestaltete umfangreiche Ausstellungspräsentation. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Von der Lutherbibel zur Gaunergeschichte. Bücher für deutsche Einwanderer in Amerika 1728 bis 1946
2. Juli bis 10. August 2018

Auch wer mit leeren Händen auswandert, nimmt etwas mit: seine Sprache. Und wer in ihr zu lesen gelernt hat, den verlangt es nicht allein nach dem vertrauten Sprachklang, sondern auch nach dem gewohnten Schriftbild. Vielen deutschen Auswanderern nach Nordamerika ging es nicht anders. Nachdem 1728 das erste deutschsprachige Buch jenseits des Atlantiks gedruckt worden war, gab es bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein kaum einen Titel, der nicht verlegt worden wäre: Von der Bibel bis zum „Kommunistischen Manifest“, von Goethes „Faust“ bis zum „Trompeter von Säckingen“.
Die Ausstellung gewährt anhand von seltenen Erstausgaben und eindrücklichen Reproduktionen einen Blick auf das Furiose wie das Kuriose dieser deutsch-amerikanischen Verlagsproduktion. Die Ausstellung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven wird ergänzt mit Themenblöcken rund um die Auswanderung vom bayerischen Untermain in die USA sowie einer digitalen Filmstation.

Erich Müller-Grünitz – Ganz groß in Mod
23. Februar bis 27. April 2018

Über dreißig Jahre setzte der Aschaffenburger Fotograf Erich Müller-Grünitz (1928-2012) angesagte Mode und aktuelle Trends in Szene. Seine ersten Modeaufnahmen entstanden 1953 während seiner Ausbildung an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk Saarbrücken als Schüler von Professor Dr. Otto Steinert. Ab 1955 baute er sich ein „Atelier für Werbe- und Modefotografie“ in Aschaffenburg auf und betätigte sich in den Bereichen „Werbung – Industrie – Mode – Portrait – Bildjournalistik“. Nach einer schwierigen Anfangszeit fasste er Fuß in der Bekleidungsbranche und arbeitete für zahlreiche Kleiderfabriken in Aschaffenburg und in der Region. Seine Auftraggeber, beispielsweise die Hemdenfabrik Gebr. Kalb, die Kleiderfabriken J. Desch, Bernhard Imhof, August Vordemfelde und Hellmuth Weidenmann, schätzten sein solides handwerkliches Können, seine beeindruckende Kreativität und sein großes Einfühlungsvermögen. Die Modeaufnahmen in Schwarz-Weiß dokumentieren durch ihre Konzentration auf das Wesentliche anschaulich den Zeitgeist und die damals vorherrschenden Schönheitsideale.

2017

Dalberg und sein Umfeld
23. Juni bis 25. August 2017

Anlässlich des 200. Todesjahres Carl von Dalbergs (1744-1817), der als Erzbischof, Kurerzkanzler, Fürstprimas und Großherzog von 1802 bis 1813 Aschaffenburgs Landesherr war, wird diese Ausstellung gezeigt. Sie geht weniger auf Dalberg als Staatsmann ein, sondern vor allem auf seine Tätigkeit als Verwaltungsjurist und als Wissenschaftler. Außerdem werden seine Familie sowie seine Beziehungen zu Geistesgrößen seiner Zeit dargestellt.
Die Ausstellung zeigt Portraits Dalbergs aus verschiedenen Lebensphasen, mehrere seiner literarischen Werke, von ihm angefertigte Radierungen sowie von ihm unterzeichnete Schriftstücke. Dalbergs Verbindungen zu bedeutenden Männern seiner Zeit werden anhand von Abbildungen Goethes, Herders, Humboldts, Schillers u. a. dargestellt. In einem besonderen Teil wird Dalbergs Bedeutung als Landesherr Aschaffenburgs für die von ihm regierten Staatsgebildete sowie für die Stadt selbst präsentiert.

2016

Winterfreuden in Aschaffenburg
25. November 2016 bis 8. Januar 2017

Klirrende Kälte, frostige Glitzerwelt, große Eiszapfen, dicke Schneeflocken und Bäume, die unter der Schneelast ächzen… – Es ist Winterzeit in Aschaffenburg! Alte Fotografien aus dem Stadt- und Stiftsarchiv und aus Privatbesitz entführen den Betrachter in vergangene Wintertage. Der Blick schweift beispielsweise über schneebedeckte Dächer des Fischerviertels, beträchtliche Schneemassen in der Suicardusstraße oder den zugefrorenen See im Schönbusch. Die professionellen und privaten Aufnahmen zeigen die Stadt nicht nur im winterlichen Kleid, sondern wecken Erinnerungen: Wie wir als Kinder sehnsüchtig auf die ersten Schneeflocken warteten, begeistert einen Schneemann im Schöntal bauten, unermüdlich mit dem Schlitten auf abschüssigen Wegen oder auf Skiern in der Fasanerie unterwegs waren. Auch am Main war viel los: Im Floßhafen wurde Schlittschuh gelaufen – Groß und Klein drehten warm eingepackt ihre Runden. Die Erwachsenen übten sich im Eisstockschießen. Allerseits herrschte lustiges Treiben und Kinderlachen.
Ergänzt wird die Fotoausstellung durch historische Wintersportgeräte wie Rodel, Holzskier mit Riemenbindung und Bambusskistöcken sowie Schlittschuhe in verschiedenen Ausführungen.

Vielerlei Wiederaufbau – Unterfränkische und polnische Städte nach 1945. Schwerpunkt: Aschaffenburg
8. Juli bis 4. September 2016

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg lagen vielerorts Städte in Schutt und Asche. Vorrangige Aufgaben waren die Schutträumung und der Wiederaufbau. Der Verlust der historischen Bausubstanzen und der über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen war einerseits schwere Last, bot andererseits auch die Chance für fortschrittliche Stadtplanungen. Neben der Wiederherstellung bedeutender Baudenkmäler stand die Schaffung moderner Stadtzentren, Wohnanlagen und Geschäftsviertel im Vordergrund.
Die in Zusammenarbeit zwischen der Polnischen Historischen Mission, dem Stadtarchiv Würzburg und der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg entstandene Wanderausstellung dokumentiert den Wiederaufbau ausgewählter Städte: Warschau, Danzig und Breslau sowie Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg.
Ferner stellt das Stadt- und Stiftsarchiv am Beispiel Aschaffenburgs die Probleme des Neubeginns, das Für und Wider der Rekonstruktion des historischen Stadtbildes und das Konzept für den Wiederaufbau dar.

2015

400 Jahre Post in Aschaffenburg
23. Oktober bis 18. Dezember 2015

Die Entwicklung des modernen Postwesens hängt eng mit der Ausdehnung der von den Habsburgern beherrschten Länder zusammen. Das Adelsgeschlecht, das zwischen 1438 und 1740 die deutschen Könige und römischen Kaiser stellte, besaß im späten 15. Jahrhundert einen Territorialbesitz, der vom Osten Österreichs bis nach Belgien reichte. Um dieses Gebiet regieren zu können, waren schnelle und zuverlässige Postverbindungen erforderlich. 1489 richtete Franz von Taxis zwischen den habsburgischen Residenzen Innsbruck und Mecheln eine Botenverbindung ein. Nach und nach wurden die Postlinien, auf denen ab 1516 auch Privatbriefe befördert werden konnten, erweitert. Als Taxis für das mit regelmäßigen Postkutschen und -reitern betriebene Postnetz 1615 eine Verbindung zwischen Prag und Frankfurt am Main schuf, wurde auch Aschaffenburg an diese Linie angeschlossen.
In der Ausstellung wird die frühneuzeitliche Entwicklung des modernen Postwesens, der Aufstieg des Hauses Thurn und Taxis und seine Bedeutung im Reichsgefüge sowie in Grundzügen die Entwicklung der Post in Aschaffenburg gezeigt.

Aschaffenburg – Ganz nah und doch so weit. Luftaufnahmen von Josef Diepold
22. Mai bis 17. Juli 2015

Wie kein Zweiter ist der gebürtige Aschaffenburger Josef Diepold (1935-2015) für seine dokumentarischen Luftaufnahmen in der Region bekannt. Der Betriebsschlosser und Amateurfotograf wagte sich erstmals Mitte der 1960er Jahre in die Lüfte. Der Rundflug über Großostheim weckte in ihm eine Leidenschaft, die sein Leben prägte. Mittels einer Fuji-Kamera und fein auflösenden Filmen schuf er scharfe und detailgenaue Schwarz-Weiß-Fotografien – entweder Einzelaufnahmen bestimmter Objekte oder Übersichtsbilder eines größeren Gebietes. Im Laufe der Jahrzehnte stieg er dank ausgereifter Technik auf die Farbfotografie um.
2012/13 übergab Josef Diepold fast 900 Luftaufnahmen mit Motiven der Stadt Aschaffenburg, aber auch der umliegenden Städte und Dörfer als Schenkung an das Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg. Die in der Ausstellung präsentierten Luftbilder dokumentieren eindrucksvoll die Besonderheiten und Veränderungen im Stadtbild Aschaffenburgs.

2014

Aschaffenburg bunt durchleuchtet – Die Familiendynastie Dessauer/Wiesner
5. Dezember 2014 bis 23. Januar 2015

Ein Charakterkopf, eine Fabrik mit qualmenden Schloten und Strahlen am Himmel, ausgelöst durch einen Blitzapparat, illustrieren den Titel der Ausstellung „Aschaffenburg bunt durchleuchtet“. Fast 200 Jahre prägte die Unternehmerfamilie Dessauer die Stadt Aschaffenburg wesentlich mit. Urahn Aron Baruch Dessauer kam 1798 in die Stadt, konvertierte zum katholischen Glauben und nahm den Namen Alois an. 1811 gründete er die „Alois Dessauer Buntpapierfabrik“. Er hatte vier Söhne. Einer davon ging als Rechtsanwalt nach München, die übrigen drei engagierten sich in der aufstrebenden Fabrik und darüber hinaus wie der Vater im städtischen und sozialen Bereich. In den nachfolgenden Generationen erwuchsen aus der Familie neben Unternehmern auch Juristen, Offiziere, Röntgenologen und Wissenschaftler, wie der bekannte Biophysiker Friedrich Dessauer.
Drei Persönlichkeiten dieser Großfamilie erhielten die Aschaffenburger Ehrenbürgerwürde: 1872 Philipp Dessauer, 1956 Friedrich Dessauer und 1991 Marielies Schleicher.

Wahrzeichen der Stadt Aschaffenburg – Schloss Johannisburg
16. Mai bis 18. Juli 2014

Ganz gleich aus welcher Richtung man sich der Stadt Aschaffenburg nähert, als erstes fällt der Blick auf das Schloss Johannisburg. Der im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts durch Erzbischof und Kurfürst Johann Schweikard errichtete Renaissancebau erhebt sich eindrucksvoll aus dem Häusermeer. Die Ausstellung präsentiert alte Ansichten des Schlosses, aber auch des Vorgängerbaus, originale Baupläne und Urkunden sowie das Selbstportrait des Baumeisters Georg Ridinger. Dokumentiert werden die wechselhaften Ereignisse rund um das Aschaffenburger Schloss über die Jahrhunderte hinweg bis zur fast vollständigen Zerstörung 1944/1945 und die langwierigen Wiederaufbauarbeiten. Daneben faszinieren zum Thema ausgewählte Fotografien des Aschaffenburger Kunst- und Heimatmalers Adalbert Hock (1866-1949).

2013

Von Aschaffenburg in die weite Welt – F. und R. Woerner
22. November 2013 bis 17. Januar 2014

Auf den – nicht einmal – ersten Blick erinnert nur noch eine kleine Straße im Stadtteil Damm an die Brüder Franz und Roman Woerner (1859-1937 bzw. 1857-1932), die in den 1880er Jahren ein Bauunternehmen gründeten und zu einem erfolgreichen Unternehmen ausbauten. Noch heute gibt es verschiedene Gebäude in Aschaffenburg, die von ihnen errichtet wurden, so in der Erthal-, Goldbacher, Herstall-, Ludwig-, Weißenburger und Würzburger Straße. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Entwicklung des Steingeschäfts F. & R. Woerner zum späteren Bauunternehmen Sager & Woerner bis zum Tod der beiden Brüder. Neben Objekten aus Familienbesitz werden aus den Beständen des Archivs sowie des Bauordnungsamtes Bauzeichnungen, Akten, Fotos usw. präsentiert. Einige aktuelle Fotos zeigen eine Auswahl der heute noch in Aschaffenburg vorhandenen und von dem Unternehmen errichteten Gebäude. Ein Anhang bietet außerdem Abbildungen von Bauwerken, die von der Fa. Sager & Woerner nach 1945 hergestellt wurden.

Aus nah und fern – Menschen kommen nach Aschaffenburg
28. Juni bis 8. September 2013

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage war Aschaffenburg bereits für frühgeschichtliche Menschen eine attraktive Siedlungsstätte. Diese Entwicklung setzt sich seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart fort. Für das Mittelalter lässt sich das aufgrund der Quellenlage nur an Einzelpersonen festmachen, aber für die Neuzeit sieht das günstiger aus. Aufgrund der im 16. Jahrhundert einsetzenden Bürgerbücher lässt sich nachvollziehen, woher Aschaffenburgs neue Einwohner kamen. Zunächst waren es vor allem solche aus der Umgebung Aschaffenburgs, später kamen auch Ausländer hinzu, wobei als „Ausländer“ damals bereits Zuwanderer aus der Grafschaft Hanau oder dem Hochstift Würzburg verstanden wurden. Ab dem 18. Jahrhundert zogen verstärkt auch Ausländer im modernen Sinne zu. Auch die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts und ihre unmittelbaren Nachwirkungen führten dazu, dass Fremde wie Vertriebene und Flüchtlinge nach Aschaffenburg kamen und heimisch wurden.

2012

Von der Offerte zum Extra-Angebot – Aschaffenburger Firmen Werben
23. November 2012 bis 11. Januar 2013

Zahlreiche historische Fotografien bringen einstige Aschaffenburger Geschäfte, Handwerksbetriebe, Fabriken sowie Waren- und Kaufhäuser in Erinnerung. Mittels einprägsamer Werbemittel wie Anzeigen, Plakate, Prospekte, Broschüren, Flugblätter und Briefbogen, aber auch Kalender, Reklamemarken, Bierdeckel u. a. wird zudem die bunte und vielgestaltige Seite der städtischen Firmen- und Wirtschaftsgeschichte aufgeschlagen. Die Archivalien werden ergänzt durch originale Produkte mit Werbeaufdruck, alte Verpackungsmaterialien und Einkaufstüten, historische Reklameschilder oder Werbegeschenke aus privatem und öffentlichem Besitz. Die Ausstellung veranschaulicht sowohl die Vielfalt der Aschaffenburger Geschäftswelt als auch Alltagskultur im 19./20. Jahrhundert.

Alt-Aschaffenburg im Fokus
29. Juni bis 2. September 2012

Der Bahnhof um 1900, das Theater-Café in der Pfaffengasse kurz vor seiner Schließung 1906, das Offene Schöntal um 1910, ein Blick vom Turm der St.-Agatha-Kirche über die Strickergasse in den 1930er Jahren oder die Ansicht des kriegszerstörten Häuserensembles am Heißen Stein um 1950 – nur fünf von 130 historischen Fotografien aus der Sammlung Gustav Stadelmann. Die Aufnahmen führen anschaulich das alte Aschaffenburg zwischen 1860 und 1960 vor Augen. Bei dem visuellen Streifzug lässt sich vieles entdecken: Aschaffenburgs Sehenswürdigkeiten, repräsentative Gebäude oder schlichte Wohn- und Geschäftshäuser, belebte Straßen oder beschauliche Altstadtwinkel, markante Stellen oder verborgene Ecken sowie flüchtige Alltagsszenen.

2011

Theater, Theater…
10. Juni bis 12. August 2011

Die Ausstellung bietet einen Streifzug durch die 200-jährige Aschaffenburger Theatergeschichte voller Höhen und Tiefen. Historische Ansichten, Pläne, Programme, Plakate und Szenenfotos veranschaulichen die faszinierende Welt des Theaters. Eine besondere Rarität sind die detail­reichen Theaterskizzen von Aufführungen am Hof- und Nationaltheater in München aus den 1880er Jahren. Aber auch für manche der schillernden Theaterpersönlichkeiten heißt es: Bühne frei!

Unsere Region in Farbe – Aquarelle und Acrylbilder von Gebhard Hepp
18. März bis 29. April 2011

Der gebürtige Goldbacher Gebhard Hepp, Mitglied der „Offenen Gruppe Bildender Künstler im Mainviereck“, hält Impressionen und Stimmungen auf seinen Streifzügen durch Stadt und Land mit schnell gesetzten Linien und einfühlsamer Farbgebung fest. Interessante Motive – verschachtelte Dachlandschaften, belebte Straßenzüge, markante Gebäude, verborgene Ecken und stille Winkel – findet er nicht nur in Aschaffenburg, sondern auch in den umliegenden Orten. Die Ausstellung zeigt über 70 Aquarelle und Acrylbilder aus dem vielfältigen Oeuvre des Künstlers.

2010

Anton Steinbeck (1903-1945) – Das Fotojournalistische Werk
26. November 2010 bis 14. Januar 2011

Im November 2008 gelangte ein Teil des fotografischen Nachlasses des gelernten Buchdruckers und späteren Druckereibesitzers Anton Steinbeck in das Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg. Der ambitionierte Amateurfotograf war zwischen 1934 und 1939 für den „Beobachter am Main“ auch als Pressefotograf tätig. Mit seiner Kamera hielt er politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse während des Nationalsozialismus fest. Alltagsszenen und Porträts sind ebenso zu sehen wie Industrieaufnahmen. Herausragend sind jedoch seine Reportagefotografien von den umliegenden Städten und Dörfern.

Kinder- und Jugendzeit in Aschaffenburg
25. Juni bis 10. September 2010

Wir alle haben je nach Alter und Herkunft unsere eigenen Erinnerungen an die Kindheits- und Jugendtage. Auf dem Weg ins Erwachsenenleben prägen uns Erlebnisse, schließen wir Freundschaften, machen wir uns nicht nur mit den Straßen und Gassen unserer Heimatstadt vertraut. Gebürtige Aschaffenburger aus Nah und Fern teilen ihren reichen Schatz an Erinnerungen mit uns. Die Ausstellung veranschaulicht mittels Fotografien und Gegenständen aus Privatbesitz sowie persönlichen Aufzeichnungen das Lebensgefühl von Kindern und Jugendlichen während des furchtbaren Zweiten Weltkrieges, in der entbehrungsreichen, aber auch abenteuerlichen Nachkriegszeit, in den bewegten 1960er Jahren bis ins ausgehende 20. Jahrhundert.

Wera Schröner – Porträts
5. März bis 16. April 2010

Das Stadt- und Stiftsarchiv und der Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V. würdigen die Künstlerin Wera Schröner anlässlich ihres 85. Geburtstages mit einer Ausstellung. Von den unzähligen Aufnahmen, die die Porträt- und Werbefotografin zwischen 1946 und 1963 machte, werden in der Ausstellung ausgewählte Originalfotografien präsentiert. Bekannte, vor allem aber namentlich unbekannte Aschaffenburger geben sich ein Stelldichein. Beispielsweise Josef Neuner, der in der Dalbergstraße eine Weinhandlung und Likörfabrikation betrieb. Oder die beiden Zwillingsmädchen, die genussvoll Zucker naschen. Oder die fünfköpfige Geschwisterschar im Trachtenlook. Die Porträts, die zumeist anlässlich Geburt, Einschulung, Kommunion oder Konfirmation und Hochzeit entstanden, zeigen nicht nur den Menschen, sondern spiegeln auch dessen Wesen eindrucksvoll wider.

2009

Aschaffenburg – Entwicklung der Stadtbildes und des städtischen Lebens
27. November 2009 bis 8. Januar 2010

Mit dem sechsten Aschaffenburger Häuserbuch findet die 1985 ins Leben gerufene Reihe ihren Abschluss. Während die ersten fünf Bände vor allem detaillierte Häusergeschichten und das Erscheinungsbild der Straßen, Gassen und Viertel im ehemals ummauerten Teil der Stadt veranschaulichen, stehen in der Neuerscheinung die Stadtentwicklung und das städtische Leben im Vordergrund. Die Autorin Dr. Monika Ebert veröffentlicht ihre neuesten Forschungsergebnisse hinsichtlich der einzelnen Etappen der Stadtbefestigung und dem Verlauf der Stadtmauer. Die Begleitausstellung greift folgende Themen der Neuerscheinung auf: Stadtbefestigung, Stadtmauer, Stadttore, Stadtpforten und Türme, Wasserversorgung und Straßen.

Fremde in der Stadt
10. Juli bis 11. September 2009

Die Ausstellung soll Aschaffenburg vor allem als „Centralort des Reiches“ zeigen. Aufgrund ihrer günstigen geographischen Lage und als wichtigste Nebenresidenz des Erzkanzlers wurde die Stadt von zahlreichen Fremden besucht. Das beginnt mit dem fränkischen Königssohn Ludwig d. J., der hier heiratete, führt über deutsche Könige des Mittelalters und der frühen Neuzeit, spätere Päpste, Diplomaten, Künstler, Musiker bis zu militärischen „Besuchern“ vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Manche Fremde wurden in der Stadt zeitweise oder sogar bis an ihr Lebensende heimisch. Portraits der Besucher, ihr Niederschlag in Zeitungen und handschriftlichen Quellen werden ebenso gezeigt wie Ausschnitte aus Reiseberichten, in denen Aschaffenburg beschrieben wurde

2008

Strietwald – Von der Randsiedlung zum heutigen Stadtteil
19. September bis 12. Dezember 2008

Am 17. September 2008 jährt sich zum 75. Mal die Gedenksteinlegung in der Strietwaldsiedlung anlässlich des Baubeginns der ersten 40 Häuser. Aus der sogenannten vorstädtischen Kleinsiedlung, mit der Wohnraum für kinderreiche und einkommensschwache Familien geschaffen wurde, entwickelte sich ein beliebter Aschaffenburger Stadtteil mit eigenem Charakter. Die Ausstellung des Stadt- und Stiftarchivs im Schönborner Hof rollt anhand von Fotos, Dokumenten und Zeitungsartikeln die facettenreiche Geschichte des Stadtteils auf.

Mainerlebnis
6. Juni bis 3. August 2008

Aus dem reichhaltigen Bestand des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg und aus Privatbesitz stammen die eindrucksvollen und bezaubernden Ansichten vom Leben am Fluss in Aschaffenburg. Historische, aber auch neuzeitliche Fotografien belegen den hohen Stellenwert des Mains als Lebensader und Naherholungsgebiet. So fehlen weder Aufnahmen vom geschäftigen Treiben der „Fischergässer“, von den Vergnügungen in den Mainbädern und an der Uferpromenade noch von Naturereignissen wie dem zugefrorenen Main oder vom Hochwasser.

2007

Auf den Straßen Aschaffenburgs
16. November 2007 bis 1. Februar 2008

„Sunndags Früh um Elfe gibt’s kän schenner Schpaß als ´n kläner Bummel uff de Herschelgaß’…“ – mit diesen Worten fing der Mundartdichter Gustav Trockenbrodt (1869-1904) die besondere Stimmung am Sonntagmorgen in einer der frequentiertesten Aschaffenburger Strassen ein. In der Herstallstraße, am sogenannten Scharfen Eck, in der Dalbergstraße und am Schlossplatz spielte sich seit jeher das Leben ab. Die Fotoausstellung mit stimmungsvollen, aber auch dokumentarischen Aufnahmen aus dem Bestand des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg gewährt einen faszinierenden Blick auf das vergangene städtische Leben. Der Bogen spannt sich von Straßenszenen in „Alt-Ascheberg“ über Momentaufnahmen der kriegszerstörten Stadt zum modernen Stadtbild.

Der Schönborner Hof – Das zweite Schloss
22. Juni bis 23. September 2007

Nach Schloss Johannisburg im ersten Viertel durch Kurfürst Johann Schweikard wurde der Schönborner Hof im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts durch Melchior Friedrich Graf von Schönborn errichtet. Beide Bauten lösten ältere Vorgänger ab. Die Grafen von Schönborn stellten rund 100 Jahre die Aschaffenburger Vizedome. Daher wird nicht nur die Geschichte des Schönborner Hofs bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt, sondern auch die Bedeutung seiner Bewohner innerhalb des Erzstiftes Mainz veranschaulicht.
Die Ausstellung gewährt auch Seitenblicke auf andere Adelssitze in Aschaffenburg, vor allem auf Schloß Johannisburg. Ausgehend von den originalen Bauplänen und Urkunden des Baumeisters Georg Ridinger werden die wechselhaften Begebenheiten rund um das Aschaffenburger Wahrzeichen über die Jahrhunderte hinweg bis zur fast vollständigen Zerstörung 1944/1945 und die Jahrzehnte dauernden Wiederaufbauarbeiten dokumentiert.

Helmut J. Gehrig Zeichnungen – Farbholzschnitte – Malerei
30. März bis 6. Mai 2007

Das Werk des Aschaffenburger Graphikers und Künstlers Helmut J. Gehrig lässt sich in keinen Rahmen pressen. Bekannt gemacht haben ihn seine ausdrucksstarken Farbholzschnitte, aber seine Experimentierfreude scheute auch nicht vor großformatigen Materialbildern oder kunsthandwerklichen Techniken wie Seidenmalerei zurück. Seine Bilderwelt umfasst Gesichter, Körper, Pflanzen, Tiere, Stilleben und Landschaften – allen Bildern sind die Auseinandersetzung mit Fläche und Kontur und die Beschränkung auf das Wesentliche gemeinsam. Die Ausstellung präsentiert neben graphischen Arbeiten auch Malereien der letzten Jahre.