Stiftsarchiv

Man muss die Zukunft im Sinn haben und die Vergangenheit in den Akten
(Charles Maurice de Talleyrand)

Namensgeber ist das Kollegiatstift St. Peter und Alexander, das Mitte des 10. Jahrhunderts in Aschaffenburg gegründet wurde und bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 bestand. Die klosterähnliche Gemeinschaft verfügte über zahlreiche und überregional verstreute Güter, Einkünfte und Rechte. Der Schwerpunkt lag im Mainviereck, jedoch reichte der Einfluss zeitweise von der Tauber bis zur Eder und nach Thüringen. Der Besitz ging 1803 in das Eigentum des damals neugegründeten Erzkanzlerischen Kurstaates über – und mit ihm das Stiftsarchiv. Seit 1812 gehört das Vermögen zum Allgemeinen Schul- und Studienfonds, der heute vom Staatlichen Stiftungsamt Aschaffenburg verwaltet wird.

Das Stiftsarchiv befand sich neben der Stiftskirche im Stiftskapitelhaus. Von dort wurde es in den Jahren 1918-1920 in das Kreisarchiv – das heutige Staatsarchiv – Würzburg gebracht, wo es bis zu seiner Rückkehr nach Aschaffenburg am 10. März 1939 blieb. Seit dem 1. April 1939 gehört der Bestand als Depositum zum Stadt- und Stiftsarchiv, d. h. der Eigentümer ist nicht die Stadt, sondern der Allgemeine Schul- und Studienfonds, dessen übrige Unterlagen im Staatsarchiv Würzburg verwahrt werden.

Urkunden

Es werden ca. 4000 Urkunden verwahrt, die abschriftlich vom 10. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts reichen.

Edition (Druck):

  • Matthias Thiel, Urkundenbuch des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, Band 1: 861-1325 (Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg, Band 26), Aschaffenburg 1986.
  • Ekhard Schöffler, Urkundenbuch des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, Band 2: in Vorbereitung

Regesten 1326-1833: maschinenschriftlich, chronologisch geordnet, Urkunden aus dem Zeitraum 1600-1833 über einen Index erschlossen

Akten und Amtsbücher

Es handelt sich um etwa 6000 Verzeichnungseinheiten, meist Rechnungen, Abgabenlisten und Protokolle aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Sie sind in einem handschriftlichen Repertorium des 19. Jahrhunderts erfasst, das mittlerweile in elektronischer Form vorliegt.