Museumsnacht im Schönborner Hof, 11. Juli 2026, ab 19 Uhr
Den Abend bestreiten als Headliner die Mittelalter-Electro-Band QNTAL, die in diesem Jahr ihr 35. Bühnenjubiläum feiern können, und als Special Guest Corde Oblique aus Neapel (diesmal mit kompletter Band; progressiver mediterraner Folk)- herzlich Willkommen!
Wir freuen uns auf einen stimmunsgvollen musikalischen Abend! Tickets gibt es wie gehabt als Museumsnacht-Tickets bzw. an der Abendkasse. Online-Ticket: https://stadttheateraschaffenburg.eventim-inhouse.de/webshop/webticket/bestseatselect?eventId=3563
Und am Abend sollte unbedingt auch die dann laufende Ausstellung besucht werden – es geht um 50 Jahre Kommz -Musikfestival!
Lineup und Bühnenzeiten
19 Uhr – Support: Sarah Slawik (Folk, Americana) + Jahn Kemper (Doom, Alternative Rock)
20.15 Uhr – Corde Oblique
21.45 Uhr – QNTAL
Catering ist den Abend über ebenfalls vorhanden (Getränke + Essensstand).
QNTAL: Der tagträumerische Tanz über die Milchstraße
http://qntal.de/

Wo Moderne und Vergangenheit mit urgewaltiger Kraft aufeinandertreffen, wo Raum und Zeit aus ihren tradierten Bahnen schäumen und Grenzen zu sanft mäandernden Wogen zerfließen, dort ist die Sphäre Qntals. Ein sich stets wandelndes Refugium, oszillierend, schillernd und geheimnisvoll. Und aus seinem pulsierenden Innern gebiert es mit „Time Stands Still“ (2022) ein neues Werk, das neunte Album in seiner über dreißigjährigen Geschichte.
Qntal ist der avantgardistische Kosmos zweier Ausnahmekünstler, die bereits 1991 zusammenfanden, um mittelalterliches Lied- und Wortgut mit elektronischen Klangkonstruktionen und einem historischen Instrumentarium zu beseelen – eine einzigartige Fusion aus Gegenwart und Historie. Mezzosopranistin Syrah und Komponist und Multiinstrumentalist Michael Popp schufen ein innovatives Akustikamalgam jenseits gängiger Hörgewohnheiten, ein autarkes Genre, das so viel mehr ist als ein Gottfried von Straßburg auf Jean-Michel Jarre oder ein Kraftwerk’scher Wolfram von Eschenbach.
Und auch mit der traditionell als „IX“ betitelten Scheibe, die den treffenden Untertitel „Time Stands Still“ trägt, drangen Qntal im Jahr 2022 mühelos schwebend in neue Universen und Zeitalter vor, von feinsinniger Neugier getrieben. So fügen sich die elf Tracks aus altbekannten Wegbegleitern des 12. Jahrhunderts wie dem Epiker Hartmann von Aue, Minnesänger Heinrich von Morungen und Lyriker Walther von der Vogelweide zusammen, die mit Versen des japanischen Poeten Saigyō (12. Jahrhundert), irischen Gedichten aus dem 8. Jahrhundert oder William Wordsworths romantischer Ode an die Narzissen „I Wandered Lonely As A Cloud“ aus dem frühen 19. Jahrhundert verwoben werden. Auch der Gründervater der Trobadorlyrik, Wilhelm IX. von Aquitanien wartet mit einer Gastrolle auf. Jede dieser zauberhaften Strophen, jedes einzelne hinreißende Wort und jede wohlklingende Silbe dieser längst verblichenen Urheber wird auf feinfühlige und harmonische Weise in neu ersonnene bandeigene Kompositionen eingebettet. Beständig den wallenden Emotionen der Lyrik gehorchend. Verträumt, melancholisch, andächtig auf der einen überwiegenden Seite, aber auch beschwingt, brandend und treibend auf der anderen. „Time Stands Still“ verströmt mit jeder einzelnen Note den ursprünglichen Geist Qntals, ohne jemals repetitiv zu sein.
Auch nach mehr als drei Dekaden des Musikschaffens bleibt das Duo die Antithese des kreativen Stillstandes. Und in einer Welt, in der sich das Rad der Zeit immer schneller und erbarmungsloser zu drehen scheint, ist „IX“ nicht nur eine virtuose Entschleunigung, sondern ebenfalls ein heilsamer Gegenentwurf – ein Refugium der inneren Einkehr und Reflektion. „Ich hoffe sehr, dass Qntal auf ewig eine Antithese bleibt. Der Mainstream fließt woanders“, sinniert der vielseitige Komponist abschließend.
Diskografie:
1992: Qntal I (Album)
1995: Qntal II (Album)
2003: Qntal III – Tristan und Isolde (Album)
2003: O, Tristan (Single)
2003: Nihil (Single)
2003: Live (DVD)
2005: Qntal IV – Ozymandias (Album)
2005: Cupido (Single)
2006: Qntal V – Silver Swan (Album)
2006: Von den Elben (Single)
2008: Qntal VI – Translucida (Album)
2008: Purpurea – The Best Of Qntal (Best-of-Album)
2014: Qntal VII (Album)
2018: Qntal VIII – Nachtblume (Album)
2022: Qntal IX – Time Stands Still (Album)
Aktuelles Interview in „Brot&Spiele“, Heft Mai 2026: PDF
CORDE OBLIQUE
Wir freuen uns, als weiteren musikalischen Act auf der Bühne im Schönborner Hof die süditalienische „Folkgaze“-Formation Corde Oblique präsentieren zu können. Corde Oblique werden mit voller Band auftreten, rund um den musikalischen Mastermind Riccardo Prencipe und Rita Saviano als Sängerin. Corde Oblique haben in den vergangenen fast zwanzig Jahren bisher acht Studioalben veröffentlicht, auch außerhalb Italiens zahlreiche Konzerte gegeben und werden die bandeigene Kombination aus rocknahem Shoegaze-Sound, progessivem Folk und Gothic-Elementen präsentieren – von Ihnen als „Folkgaze“ bezeichnet. Corde Oblique, die auch schon für das italienische Fernsehen Soundtracks geliefert haben, haben in Deutschland bereits auf großen Festivals gespielt, etwa mehrmals beim Leipziger Wave-Gotik-Treffen und beim großen Amphi-Festival . Neues Studioalbum: „Cries and Whispers“.

Sarah Slawik
Schwebende Folk-Akkorde, berührende Melodien und tiefe, ehrliche Texte machen die Musik von Sarah Slawik einzigartig. Inspirieren lässt sich die Gitarristin und Sängerin vom West Coast-Sound der 60er- und 70er-Jahre. Ihre Vorbilder sind Folk-Legenden wie David Crosby, Neil Young und Joni Mitchell, aber auch aktuelle Bands wie The Wild Feathers und Larkin Poe zählen zu ihren Einflüssen. So findet sich in ihren Live-Sets neben Americana-Stücken auch die eine oder andere raue, treibende Blues-Nummer. Dass sie damit ihr Publikum erreicht, haben die letzten Auftritte der jungen Musikerin, unter anderem auf dem Aschaffenburger Stadtfest, gezeigt. Freuen Sie sich also auf ein Konzert voll handgemachter Gitarrenmusik und Geschichten.
Jahn Kemper
Eigene Texte, oft melancholisch und dunkel, kennzeichnen die Musik von Jahn Kemper. Er wird mit einem Soloset bei der Museumsnacht mitwirken (Doom Metal, Alternativ Rock) und einige seiner Songs präsentieren. Im Mai 2026 wird das Album „Spuren“ des jungen deutsch-slowenischen Musikers erscheinen, der bereits divers Live-Gigs absolviert hat. Außerdem wird er Sarah Slawik am Cajon begleiten. Das Mannheimer 7er-Radio hat über einen der letzten Gigs geschrieben: Ambitionierte Texte in deutscher Sprache, die mit Tiefgang, verpackt in kraftvollen Metal, überraschten. Es gehört ja schon einiges an Mut dazu, sich alleine, singend, auf eine Bühne zu stellen. Dabei auch noch das Publikum zum mitrocken zu animieren, zu performen, und Musik mit Message zu promoten ist nochmals eine ganz andere Hausnummer.
Bandfotos: CORDE OBLIQUE (Martina Lupoli, Leon Kelm) / QNTAL, Jahn Kemper (Leon Kelm, Severin Schweiger) / Sarah Slawik (Oana Oravitan-Stenger)
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